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Frau spricht in Mikrofon im Hintergrund ist ein Roll-Up zu sehen
© OeAD/APA-Fotoservice/Juhasz

Erasmus+ für ein starkes Miteinander in Europa

Birgit Wurzer ist Leiterin des Katholischen Bildungswerkes Kärnten und wurde im Dezember 2025 als neue Erasmus+ Botschafterin im Bereich Erwachsenenbildung geehrt. Sie gibt Einblick in ihr Erasmus+ Engagement und verrät, welchen Wert das Programm für sie beruflich als auch persönlich darstellt.
4 min read · 07. September 2026

Sie sind in der Erwachsenenbildung tätig. Wie nutzen sie Erasmus+? 

Im Jahr 2021 habe ich erfolgreich die Erasmus+ Akkreditierung für unsere Organisation beantragt. Seither setzen wir für unsere Lerner:innen, Trainer:innen und Mitarbeiter:innen Mobilitäten um. Wir möchten das Programm möglichst vielen, auch benachteiligten Personengruppen zugänglich machen. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf Mobilitäten für Mütter mit Migrationserfahrung. Die teilnehmenden Frauen erhalten bei diesen Lernreisen die Möglichkeit neue Perspektiven zu gewinnen und den europäischen Gedanken aktiv zu erleben. 

Welchen Mehrwert bringt Erasmus+ für ihre Einrichtung?

Mit der Akkreditierung eröffneten sich unserem Personal und unseren Trainer:innen neue Lernchancen – sei es durch die Teilnahme an Kursen im Ausland, Besuche ausländischer Kolleginnen und Kollegen in unseren Einrichtungen oder durch Job-Shadowings bei diversen Organisationen. Durch diesen fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg konnten wir bereits viele Impulse mitnehmen, sowohl auf struktureller Ebene als auch im Hinblick auf konkrete Methoden, die wir erfolgreich bei Kursen in der Erwachsenenbildung einsetzen. Der Austausch und die Vernetzung mit anderen Verantwortlichen aus dem Erwachsenenbildungsbereich in Europa ermöglichen eine ständige Weiterentwicklung unserer Organisation und stärken unsere europäische Ausrichtung. 

Was ist ihr persönlicher Antrieb und Motivation?

Als leidenschaftliche Europäerin empfinde ich das Kennenlernen von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen und das gemeinsame Arbeiten als große persönliche Bereicherung. Dank der vielfältigen Möglichkeiten die Erasmus+ bietet, habe ich die Chance Menschen mit einem ähnlichen Mindset zu begegnen: Personen, denen europäische Werte, Offenheit, Neugier und persönliche sowie gesellschaftliche Weiterentwicklung am Herzen liegen. Ganz nebenbei entsteht ein vielseitiger Austausch in unterschiedlichen Sprachen, die stets geübt werden können, und es bilden sich sogar Freundschaften. Diese Erfahrungen prägen mich nachhaltig. Sie haben meine Perspektive erweitert, mich reflektierter und offener gemacht – Entwicklungen, die ohne Erasmus+ in dieser Intensität kaum möglich gewesen wären. Nicht zuletzt ist mir die ständige eigene Weiterbildung ein persönliches Anliegen: Erasmus+ gibt mir die Möglichkeit, auch als Leiterin immer wieder selbst Lernende zu sein.

Wie begeistern sie andere für das Programm? Was ist ihr Erfolgsrezept? 

Eine anfangs bestehende Skepsis unter den Mitarbeiter:innen konnte ich ausräumen. Mittlerweile sind alle von den vielfältigen Möglichkeiten, die Erasmus+ unserem Team bietet begeistert. Ich binde stets weitere Personen ein. Innerhalb meiner Organisation ermögliche ich sowohl den Mitarbeitenden als auch den – teilweise ehrenamtlich tätigen – Trainer:innen sowie unseren Lernenden, an Mobilitäten teilzunehmen und dabei wertvolle Auslandserfahrungen zu sammeln. So entsteht eine eigene, interne „Erasmus+ Community“, die sich zum Erfahrungsaustausch trifft. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen nach den Mobilitäten sprechen für sich und motivieren mich, diesen Weg weiterzugehen. Den europäischen Gedanken zu leben, wirkt sich auf mein gesamtes persönliches und berufliches Umfeld aus und ist zum Glück „ansteckend“. 

Was ist ihnen als Erasmus+ Botschafterin wichtig?

Ich brenne für die Chancen, die Erasmus+ bietet und habe selbst erlebt, wie viel man in der eigenen Organisation und im persönlichen Umfeld bewirken kann. Ich betrachte Erasmus+ als bedeutendes Instrument zur Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung, das internationale Erfahrungen und innovative Methoden fördert. Diese Erfahrung möchte ich weitergeben und Menschen dazu motivieren, offen für neue Perspektiven zu sein und ihre Komfortzone zu verlassen. Besonders in Österreich, wo es immer noch eine gewisse EU-Skepsis gibt, halte ich es für wichtig, die vielfältigen Möglichkeiten von Erasmus+ sichtbar zu machen und so das Bewusstsein für den europäischen Gedanken zu stärken, den interkulturellen Austausch zu fördern und dazu beizutragen, Vorurteile abzubauen – denn ein starkes Miteinander in Europa ist wichtiger denn je.
 

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