Union of skills
Bildungsoffensive für eine wettbewerbsfähige Zukunft
Die im Frühjahr 2025 ins Leben gerufene “Union of Skills” ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Förderung von Kompetenzen und Bildung im Rahmen der europäischen Strategie. Sie zielt darauf ab, die Qualifikationen der europäischen Bürgerinnen und Bürger an die Erfordernisse des modernen Arbeitsmarktes anzupassen und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern. Angesichts des digitalen Wandels, des grünen Übergangs und demografischer Herausforderungen wird der Erwerb neuer Kompetenzen als zentrale Voraussetzung für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt gesehen.
Die Initiative ist eng mit dem Europäischen Jahr der Kompetenzen 2023 verbunden, das die Aufmerksamkeit auf Qualifikationsdefizite und Arbeitskräftemangel lenken sollte. Weitere wichtige Grundlagen bilden die Europäische Kompetenzagenda (European Skills Agenda) von 2020, die zwölf konkrete Maßnahmen umfasst – darunter die Förderung von Partnerschaften für Kompetenzen, Investitionen in die berufliche Bildung und der Aufbau von europäischen Kompetenzzentren für Exzellenz, sowie der Pakt für Kompetenzen.
Insgesamt strebt die “Union of Skills” eine koordinierte europäische Antwort auf den Wandel der Arbeitswelt an. Sie setzt auf Kooperation, Innovation und Chancengleichheit, um alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, aktiv und selbstbestimmt an der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt teilzunehmen.
Wesentliche Komponenten der Union of Skills
- ein Action Plan zur Förderung von Grundkompetenzen (Basic Skills)
- Verbesserung der Kompetenzen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT) mit dem STEM Education Strategic Plan
- Förderung von MINT-Laufbahnen
- Neue EU-Strategie für die berufliche Aus- und Weiterbildung
- Vorschlag der EK den Einsatz von Microcredentials auszuweiten
- Verstärkung des Pakts für Kompetenzen
- Pilotprojekt „Kompetenzen Garantie“ (für von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen)
- Einführung von EU Skills Academies (für Green Transitions und den Clean Industrial Deal)
- Initiative zur Übertragbarkeit von Qualifikationen
- Ein European Degree für die Entwicklung innovativer gemeinsamer Studienprogramme
- Ein neues europäisches Berufsbildungsdiplom
- Stärkung der European University Alliances und Centres of Vocational Excellence
- Europäische Schulallianzen zur Verbesserung der Mobilität von Lehrern und Schülern
- Einrichtung eines EU-Talentpools für die Anwerbung von Arbeitssuchenden außerhalb der EU (insbesondere für Stellen mit Fachkräftemangel)
- Visastrategie zur erleichterten Einreise von Spitzenstudenten, Fachkräften und Forschern
- Initiative „Choose Europe“ im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen
Fair Labour Mobility Package: Mehr Transparenz für Kompetenzen und Qualifikationen
Mit dem am 15. September 2026 veröffentlichten Fair Labour Mobility Package konkretisiert die Europäische Kommission zentrale Ziele der Union of Skills: Kompetenzen und Qualifikationen sollen in Europa leichter genutzt, verglichen und über Grenzen hinweg anerkannt werden können. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Skills Portability Initiative, die die grenzüberschreitende Übertragbarkeit von Kompetenzen stärken soll. Das neue Paket setzt nun mit dem Skills Portability Act konkrete Maßnahmen für eine faire und einfachere Arbeitsmobilität um – von der digitalen Übertragbarkeit und Vergleichbarkeit von Qualifikationen bis hin zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen und sozialer Absicherung.
Das Paket umfasst mehrere Initiativen:
- Revision der ELA-Verordnung (Europäische Arbeitsbehörde);
- ESSPASS-Verordnung (Europäischer Sozialsversicherungspass);
- Verordnung zum Gesetz über die Übertragbarkeit von Qualifikationen (Skills Portability Act);
- Überarbeitung der Richtlinie über Berufsqualifikationen; und
- Richtlinie über die Anerkennung von Qualifikationen von Nicht-EU-Bürgern.
Ein zentraler Bestandteil ist der Skills Portability Act. Er soll es erleichtern, Qualifikationen und Kompetenzen grenzüberschreitend auszustellen, zu vergleichen, zu überprüfen und anzuerkennen. Vorgesehen ist unter anderem ein standardisiertes digitales Format für Qualifikationen sowie ein neues Europass-Vergleichstool, das vergleichbare Informationen zu Qualifikationen bereitstellen soll. Die Einbindung von NQR/EQR-Niveaus unterstützt dabei die Einordnung von Qualifikationen aus verschiedenen europäischen Ländern. Die formale Anerkennung bleibt Aufgabe der zuständigen nationalen Stellen.
Erasmus+ leistet bereits einen wichtigen Beitrag zu diesem Ziel: Lern- und Mobilitätserfahrungen in anderen europäischen Ländern stärken Kompetenzen und unterstützen die persönliche und berufliche Entwicklung. Mit Europass stehen Instrumente zur Verfügung, um diese Erfahrungen, Kompetenzen und Qualifikationen transparent darzustellen und europaweit für Bildung und Beruf nutzbar zu machen.