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Europäisches Sprachensiegel und Spracheninitiativen

Augezeichnete Personen halten ihre Sprachensiegel in die Kamera
© OeAD/APA-Fotoservice/Rastegar

Europäisches Sprachensiegel: Machen Sie Ihr Sprachprojekt unvergesslich!

Mit dem Europäischen Sprachensiegel honoriert die Europäische Kommission innovative und qualitativ hochwertige Sprachenprojekte, um das Verständnis und die Wertschätzung für die Sprachenvielfalt in Europa zu fördern. In der Programmperiode 2021-2027 fest verankert im Erasmus+ Programm, wird es in allen Programmländern, einschließlich Österreich, verliehen. Hier arbeiten die nationale Erasmus+ Agentur des OeAD eng mit dem Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) zusammen.

Warum sollten Sie teilnehmen?

  1. Wertschätzung: Holen Sie sich das angesehene Qualitätssiegel für Ihr Projekt.
  2. Vielfalt fördern: Unterstützen Sie die kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas.
  3. Gewinne: Neben des Prestiges gibt es einen Geldpreis des BMB!

So nehmen Sie teil:

Wenn Ihr abgeschlossenes Sprachprojekt Teil von Erasmus+ ist, können Sie sich für das Europäische Sprachensiegel bewerben. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an sprachensiegel@oead.at oder an Ihre Projektbetreuerin bzw. Ihren Projektbetreuer beim OeAD.

Das Europäische Sprachensiegel ist seit 2025 Teil des European Innovative Teaching Award (EITA). Das bestbewertete Sprachprojekt wird zusätzlich zur nationalen Auszeichnung zur europäischen Preisverleihung nach Brüssel eingeladen. Im Jahr 2026 werden ausschließlich Erasmus+ Projekte ausgezeichnet.

So lautet das Jahresthema für 2026:

Skills for Life

Das sind die Gewinnerinnen des Europäischen Sprachensiegels 2026

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

VS 2 Wehlistraße: Aktivitäten im Rahmen der Erasmus-Akkreditierung

Die VS 2 Wehlistraße in Wien versteht sprachliche Vielfalt als große Stärke ihrer Schulgemeinschaft. Im Rahmen ihrer Erasmus+ Akkreditierung setzt sie sich intensiv mit Mehrsprachigkeit und sprachsensiblem Unterricht auseinander und tauscht sich mit Schulen in ganz Europa über innovative Methoden aus. Die gewonnenen Erfahrungen werden in den Schulalltag integriert und durch vielfältige Aktivitäten – etwa mehrsprachige Lesungen, Schulversammlungen oder das Kinderparlament – erlebbar gemacht. So lernen die Kinder, unterschiedliche Sprachen und Kulturen wertzuschätzen, entwickeln Offenheit gegenüber sprachlicher Vielfalt und erfahren Sprache als Schlüssel für demokratische Teilhabe und ein gelungenes Miteinander.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

BG/BRG Carnerigasse: Aktivitäten im Rahmen der Erasmus-Akkreditierung

Das BG/BRG Carnerigasse fördert mit seiner Erasmus+-Akkreditierung Fremdsprachenkompetenz, interkulturelles Lernen und persönliche Entwicklung. Internationale Mobilitäten, Fortbildungen und Partnerschaften ermöglichen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften authentische Kommunikation in europäischen Kontexten. Die im Ausland erworbenen Erfahrungen fließen nachhaltig in den Unterricht ein und führten unter anderem zur Entwicklung neuer Unterrichtsformate sowie einer stärkeren Verankerung von Mehrsprachigkeit im Schulalltag. Internationale Begegnungen stärken nicht nur die Sprachkompetenz, sondern fördern Offenheit, Selbstvertrauen und europäische Zusammenarbeit weit über die Projektlaufzeit hinaus.

Preisträgerinnen lachen in die Kamera
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Bernoulligymnasium: „Futuro sostenible: Inspirando a jóvenes a cambiar“

Das Bernoulligymnasium verbindet im Erasmus+Projekt „FuSoPa“ Sprachenlernen mit Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schülerinnen und Schüler aus Österreich, Spanien, Frankreich und Island arbeiteten in internationalen Teams an den Sustainable Development Goals und nutzten Spanisch als gemeinsame Projektsprache. Durch reale Kommunikationssituationen, digitale Zusammenarbeit und Aufenthalte in Gastfamilien wurde Sprache als lebendiges Instrument für Austausch, Problemlösung und interkulturelles Lernen erfahrbar. Das Projekt stärkte neben den Fremdsprachenkenntnissen auch kritisches Denken, Teamfähigkeit und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln in einem europäischen Kontext.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

BBRZ Graz: „NARRATE – Narrative Approaches for Professionals Supporting People on the Autism Spectrum on Their Way to Employment“

Das BBRZ Graz entwickelt innovative Bildungsangebote, die Menschen im Autismusspektrum auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen. Im Erasmus+ Projekt „NARRATE“ entstanden mehrsprachige Lernmaterialien und sogenannte Skills Cards, die den Erwerb arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen mit Sprachförderung verbinden. Der narrative Ansatz stärkt Selbstbestimmung, Identitätsentwicklung und Kommunikationsfähigkeit. Gleichzeitig unterstützt das Projekt Fachkräfte und Unternehmen dabei, inklusive Arbeits- und Lernumgebungen zu gestalten. Die entwickelten Materialien fördern sprachliche Vielfalt, erleichtern den Zugang zu Bildung und leisten einen nachhaltigen Beitrag zu gesellschaftlicher Teilhabe.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

InterAktion: „SILENT“

Das Projekt SILENT unterstützt hörende Eltern gehörloser Kinder dabei, Gebärdensprache als selbstverständlichen Teil des Familienalltags zu etablieren. Dazu entwickelte InterAktion barrierefreie Lernmaterialien, Bilderbücher und digitale Angebote in mehreren europäischen Gebärdensprachen. Eltern, pädagogische Fachkräfte und Familien werden ermutigt, frühzeitig miteinander zu kommunizieren und sprachliche Barrieren abzubauen. Das Projekt stärkt die Wertschätzung der Gebärdensprache als eigenständige Sprache und Kulturgut, fördert inklusive Kommunikation und leistet einen nachhaltigen Beitrag zu Chancengleichheit, gesellschaftlicher Teilhabe und sprachlicher Vielfalt. 

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

ATEMPO: „Capito! Compris! Understood! Verstanden!“

ATEMPO entwickelte ein innovatives Projekt, das leicht verständliche Sprache als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen entstanden wissenschaftlich fundierte Kriterien sowie mehrsprachige Lern- und Trainingsmaterialien auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Menschen mit Verständnisschwierigkeiten waren aktiv an der Entwicklung beteiligt und brachten ihre Erfahrungen als Co-Trainer:innen ein. Das Projekt „Capito“ stärkt Sprachbewusstsein, interkulturelle Kompetenz und inklusive Bildungsangebote und zeigt, wie verständliche Kommunikation Barrieren abbauen und mehr gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen kann. Weiters fördert das Projekt Chancengleichheit und aktive Teilhabe, da es Sprache und Verständlichkeit als Grundlage zentraler Lebenskompetenzen anerkennt.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Universität Graz: „Förderung von Textkompetenz im kritischen Umgang mit Fake News“

Mit dem Erasmus+ Projekt „Fictional Science (FiSci)“ verbindet die Universität Graz Sprachunterricht, Medienbildung und demokratische Teilhabe. In eigens entwickelten Unterrichtsmodulen lernen Schüler, Fake News kritisch zu hinterfragen, Informationen zu überprüfen und fundiert zu widerlegen. Die Materialien für Deutsch als Erst-, Zweit- und Fremdsprache wurden gemeinsam mit Schulen in Österreich, Kroatien und Tschechien erprobt und stärken sprachliche ebenso wie kritische Kompetenzen für die digitale Gesellschaft.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

iLanguage: „Linguistic Integration for Vibrant Education (LIVE)“

Das Erasmus+ Projekt LIVE von iLanguage verbindet Mehrsprachigkeit, Empowerment und non-formales Lernen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Österreich, Polen, Rumänien und der Türkei entstanden innovative Methoden und eine digitale App, die Sprachförderung mit Selbstreflexion, interkulturellem Lernen und digitalen Kompetenzen verbindet. Im Mittelpunkt steht dabei die Wertschätzung aller Sprachen, die ein Mensch mitbringt.

Gewinner:in bekommt Preis überreicht
© OeAD/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

KAOS Bildungsservice gGmbH: „ELDeM YOU – European Life Design Method for Youth“

Mit ELDeM YOU entwickelte die KAOS Bildungsservice gGmbH einen mehrsprachigen Ansatz zur persönlichen und beruflichen Orientierung junger Menschen. Frei zugängliche Lernmaterialien und ein digitales E-Learning-Tool in fünf Sprachen verbinden Sprachkompetenz mit Selbstreflexion und interkulturellem Verständnis. Insbesondere Jugendliche mit Flucht- oder Migrationsgeschichte sowie junge Menschen außerhalb formaler Bildungsangebote erhalten damit niederschwellige Möglichkeiten, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

Empfehlung des Europarates

Recommendation on plurilingual and intercultural education for democratic culture 

Am 2. Februar 2022 hat der Europarat die Empfehlung „Plurilinguale und interkulturelle Bildung für demokratische Kultur“ angenommen. Diese Empfehlung befasst sich mit der Besorgnis, dass oft eine zusätzliche Sprache als ausreichend erachtet wird und das Erlernen von Minderheiten- oder Migrantensprachen fälschlicherweise als gesellschaftlicher Nachteil angesehen wird.

Die Empfehlung betont die Wichtigkeit mehrsprachiger und interkultureller Kompetenzen für Bildungserfolg, gesellschaftliche Integration und demokratische Prozesse. Sie fördert einen ganzheitlichen Ansatz, der Sprachenlernen in den Mittelpunkt stellt und alle Sprachen sowie Bildungsakteure einbezieht.

Ein begleitendes Memorandum dient als Leitfaden für Mitgliedsstaaten und verweist auf zahlreiche Ressourcen des Europarats und des European Centre for Modern Languages (ECML) in Graz. 

Europäischer Tag der Sprachen

Seit 2002 wird am 26. September der Europäische Tag der Sprachen gefeiert, um Europas kulturelle und sprachliche Vielfalt zu würdigen. Der Tag wird in bis zu 45 Ländern für Aktionen und Initiativen rund ums Sprachenlernen genutzt, koordiniert vom Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarats. In Österreich übernimmt das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum im Auftrag des BMB die Verantwortung. Interessierte können an den zahlreichen Aktionen teilnehmen und weitere Informationen auf der Website des Zentrums finden.

Ansprechpersonen in der nationalen Agentur des OeAD

Martina Schmidt
sprachensiegel@oead.at
01-53408 DW 628

Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit ist ein zentraler Aspekt des europäischen Projekts und ein kraftvolles Symbol für das Streben der Europäischen Union nach Einheit in der Vielfalt. Fremdsprachenkenntnisse rüsten Menschen für den internationalen Arbeitsmarkt.

Die Förderung von Sprachenlernen und sprachlicher Vielfalt ist ein Ziel des Programms Erasmus+. Der OeAD ist Mitglied des Österreichischen Sprachenkomitees ÖSKO, einer Plattform zur Förderung von Mehrsprachigkeit. Das ÖSKO wurde vom Bildungsministerium gemeinsam mit dem Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) und dem Wissenschafts- und Wirtschaftsressort eingerichtet.

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