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Die britische Botschafterin spricht zum Publikum der Veranstaltung.
© Thomas Herzog / FCDO | Flickr

UK ab 2027 wieder Teil von Erasmus+

Austausch über die zukünftigen erweiterten Möglichkeiten der österreichisch-britischen Hochschulkooperation im Rahmen von Erasmus+
5 min read · 05. June 2026

Unter dem Motto „Austro-British Cooperation in Higher Education“ luden am 20. Mai 2026 die britische Botschaft und der OeAD zu einem Austausch über die zukünftigen erweiterten Möglichkeiten der österreichisch-britischen Hochschulkooperation im Rahmen von Erasmus+ in die Britische Residenz in Wien ein. Das Interesse an der Veranstaltung war groß: Rund 70 hochrangige Vertreter:innen nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.

Nach den Eröffnungsworten von Botschafterin Lindsay Skoll und OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice gab Iona Murdoch, Global Mobility Advisor bei Universities UK International (UUKI) einen Online-Input zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Rückkehr des Vereinigten Königreichs zu Erasmus+.

Paneldiskussion zur Zukunft der österreichisch-britischen Hochschulkooperation

Im Zentrum der Veranstaltung stand schließlich eine hochkarätig besetzte Paneldiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern österreichischer und britischer Hochschulen: Manuela Baccarini, Vizerektorin der Universität Wien, Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der USTP – Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten, Andreas Weissenbäck, Vizerektor der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich sowie Simon Hayhoe, Koordinator für berufliche Bildung im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich an der Exeter University.

Die Rückkehr des Vereinigten Königreichs zu Erasmus+ wurde als wichtiges Signal für eine erneuerte und gestärkte Partnerschaft zwischen UK und der EU gesehen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Mobilität und Zusammenarbeit, sondern auch die gemeinsame Verantwortung, hochqualifizierte junge Menschen zu fördern, Inklusion zu stärken und voneinander zu lernen. Für die Auslandsmobilität junger Menschen bleiben den Panellisten zufolge vor allem ausreichende Förderung, attraktive Rahmenbedingungen und eine klare Antwort auf die Klimaherausforderung entscheidend. Vor diesem Hintergrund wurde besonders der Wert der österreichisch-britischen Kooperation im Hochschulbereich betont: Sie verbindet zwei starke Bildungssysteme, schafft Sichtbarkeit und Einfluss in Lehre und Forschung und eröffnet neue Möglichkeiten für gemeinsamen Fortschritt. Gerade angesichts von finanziellem Druck, Lehrermangel, geopolitischen Unsicherheiten und gesellschaftlichen Veränderungen wurde deutlich, dass Europa nur gemeinsam widerstandsfähig und zukunftsfähig bleibt.

 

Hintergrund

Die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union entwickeln sich derzeit in eine klare Richtung: die gezielte Stärkung der Partnerschaft. 

Im Bildungsbereich stellt die Teilnahme des Vereinigten Königreichs am Erasmus+ Programm ab 2027 einen bedeutenden Meilenstein dar. Die entsprechende Vereinbarung wurde 2026 abgeschlossen, sodass Studierende und Personal ab Juni 2027 davon profitieren können. Der British Council wird künftig erneut als nationale Erasmus+ Agentur fungieren.

International Higher Education Forum 2026, London

Anfang Mai 2026 hat die Interessensvertretung Universities UK International britische Hochschulen und Partnereinrichtungen zum International Higher Education Forum 2026 in London eingeladen. Dort bedankte sich eine Vertreterin des britischen Ministeriums ausdrücklich für die umfangreichen Bemühungen im Zusammenhang mit dem Wiedereinstieg des Vereinigten Königreichs in das Erasmus+ Programm und würdigte das bereits geleistete Engagement. Gleichzeitig erging ein klarer Aufruf an die beteiligten Hochschulen, sich aktiv einzubringen, neue Projekte zu entwickeln und Partnerschaften (wieder-)aufzubauen.

Die britischen Hochschulen haben durchwegs großes Interesse gezeigt, ihren Studierenden Möglichkeiten mit Erasmus+ zu eröffnen. Über 160 Hochschulen haben die ECHE beantragt, und viele Institutionen arbeiten intensiv darauf hin, rechtzeitig für die erste Antragsrunde ab November 2026 bereit zu sein.

Internationale Erfahrung und interkultureller Dialog durch Erasmus+

Auf der Konferenz wurde betont, dass Erasmus+ ausdrücklich nicht nur als Förderinstrument verstanden wird, sondern als umfassende Lebenserfahrung, die sprachliches und kulturelles Lernen, internationale Arbeitserfahrung und vor allem zwischenmenschliche Begegnungen ermöglicht. Gerade dieser direkte Austausch zwischen Menschen hat eine zentrale strategische Bedeutung, da er gegenseitiges Verständnis fördert. Besonders hervorgehoben wurde der große Mehrwert von Erasmus+ für junge Menschen. Das Programm eröffnet weitreichende Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln – sei es durch Studium, Praktika oder berufliche Tätigkeiten im Ausland – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur persönlichen, fachlichen und interkulturellen Entwicklung.

Der Programmstart im Jahr 2027 wird wichtige Erkenntnisse über Nachfrage, Bedarf und Umsetzung liefern und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung schaffen. Derzeit ist noch nicht klar, ob sich das Vereinigte Königreich auch an der kommenden Erasmus+ Programmperiode 2028–2034 beteiligen wird.

Youth Experience Scheme

Ergänzend zu Erasmus+ wird zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ein Youth Experience Scheme diskutiert, welches die Mobilität junger Menschen fördern soll. Die konkreten Rahmenbedingungen, etwa hinsichtlich Aufenthaltsdauer und Teilnehmendenzahlen, sind noch in Verhandlung. 

Forschung und Innovation: Horizon Europe

Auch im Bereich Forschung intensiviert sich die Zusammenarbeit: Seit 2024 ist das Vereinigte Königreich wieder Teil des wichtigsten EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation „Horizon Europe“, mit steigender Beteiligung und sichtbaren Erfolgen, etwa bei innovativen Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. Insgesamt zeigt sich das Vereinigte Königreich weiterhin als starker und führender Forschungsstandort.

Ein weiterer Gipfel im Sommer 2026 wird die laufenden Verhandlungen vertiefen. Insgesamt steht der gemeinsame Anspruch im Vordergrund, durch Bildung und Forschung ein geeintes Europa weiterzuentwickeln. Dabei kommt den Hochschulen eine Schlüsselrolle zu. Europa wird als fortlaufender Prozess verstanden, der sich nicht nach einem festen Plan vollzieht, sondern durch kontinuierliche Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement wächst.

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