Im vergangenen März wurden Rupert Fankhauser (Klarinette), Philipp Sageder (Gesang) und Horst-Michael Schaffer (Trompete) eingeladen, das künstlerisch-pädagogische Konzept musicEmotion an der School of Arts der Wits University vorzustellen.
Während ihres Aufenthalts arbeiteten die drei Lehrenden kontinuierlich im Team-Teaching und unterrichteten gemeinsam im selben Raum. Dieses kooperative Arbeiten – in wechselnden Kombinationen und nicht zwingend immer zeitgleich – bildet einen zentralen Bestandteil ihres pädagogischen Ansatzes. So konnten musikalische Ideen direkt aufgegriffen, weitergeführt und für die Studierenden unmittelbar erfahrbar gemacht werden.
In Workshops und Masterclasses arbeiteten die Lehrenden intensiv mit Studierenden, Kolleginnen und Kollegen sowie lokalen Musiker/innen. Unter der Leitfrage „What is music without motion and emotion?“ standen musikalischer Ausdruck, Körperbewusstsein, Improvisation und rhythmische Kommunikation im Mittelpunkt. Ergänzend zu den Team-Teaching-Sessions boten die Lehrenden fachspezifische Unterrichtseinheiten in Klarinette, Trompete und Gesang an.
Die Atmosphäre war geprägt von Offenheit, Neugier und echtem Interesse am gegenseitigen Lernen. Diese Dynamik führte zu nachhaltigen künstlerischen Prozessen und inspirierte sowohl Studierende als auch Lehrende. Ein besonderer Höhepunkt waren die spontanen Jam-Sessions sowie ein gemeinsames Konzert mit dem renommierten südafrikanischen Kora-Spieler Pops Mohammed.
Über den Campus hinaus engagierte sich das mdw-Team im Rahmen des Community-Outreach-Programms der Wits University auch in Schulen und kulturellen Einrichtungen. Besucht wurden unter anderem das Central Johannesburg College, die Music Academy of Gauteng in Benoni, die Soweto Willow Crescent School „Eldorado High“ sowie weitere Institutionen, die Kindern und Jugendlichen durch Musik neue Perspektiven eröffnen.
In den Workshops in Schulen und Townships ging es nicht nur um musikalische Inhalte. Im Zentrum standen ebenso Gespräche über die Rolle von Musik im Alltag, über Selbstvertrauen, Zusammenhalt und mögliche berufliche Wege im Musikbereich. Das Feedback der Beteiligten zeigt deutlich, wie musikalischer Ausdruck als universelle Sprache Begegnung ermöglicht und Räume für Dialog und Austausch öffnet.
Die Verbindung von universitärem Unterricht und künstlerischer Arbeit in lokalen Communities macht das besondere Engagement der Lehrenden sichtbar und schafft unmittelbare Mehrwerte für junge Menschen in der Region. Gleichzeitig werden internationale Zusammenarbeit und gelebte Interkulturalität in Konzerten und gemeinsamen musikalischen Erlebnissen direkt für ein breites Publikum erfahrbar.
Musik transportiert Emotionen und Geschichten jenseits von Sprache. Sie überwindet kulturelle Grenzen und verbindet Menschen über soziale, geografische und gesellschaftliche Unterschiede hinweg. musicEmotion zeigt, wie künstlerische Bildung genau dort ansetzt – und wie Musik zu einem Medium wird, das Brücken baut.
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