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Mann mit grauem Bart und Brille spricht mit Mikrofon in der Hand
© OeAD/APA-Fotoservice/Juhasz

Erasmus+ für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf: Wilfried Swoboda zeigt, wie's gelingt

Seit mehr als 25 Jahren arbeitet Wilfried Swoboda als Lehrer im Bereich Sonderpädagogik, Kunst und Informatik. Erasmus+ hat er in seiner täglichen Schulpraxis fest verankert. Aktuell arbeitet er im Koordinationsteam der Erasmus+ Akkreditierung am Schulzentrum Holzhausergasse in Wien sowie als Lehrender und Bildungsforscher an der Pädagogischen Hochschule Wien. Seine Arbeit verbindet Sonderpädagogik, kulturelle Bildung, digitale Lernräume und europäische Bildungsprojekte. Im Jahr 2025 wurde er als Erasmus+ Botschafter im Bereich Schulbildung ausgezeichnet.
2 min lesen · 08. Mai 2026

Was möchten Sie als Erasmus+ Botschafter im Bereich Schulbildung erreichen?

Als Erasmus+ Botschafter für Schulbildung möchte ich sichtbar machen, wie europäische Zusammenarbeit gerade für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf Türen öffnet. Mein Ziel ist es, die Stimmen jener Schülerinnen und Schüler hörbar zu machen, die oft übersehen werden – und zu zeigen, dass sie genauso selbstverständlich Teil europäischer Lern- und Begegnungsräume sind. Ich möchte Schulen Mut machen, Erasmus+ aktiv für inklusive Bildungsprojekte zu nutzen, und zeigen, dass kreative Ansätze wie Kunst, Medien und Sport starke Werkzeuge für Inklusion sind.

Können Sie Beispiele nennen, wie eine solche Kooperation und Austausch funktioniert? 

In unseren Erasmus+ Projekten nutzen wir Kunst, Medien und Sport als Möglichkeit des Austausches und der universalen Verständigung. Durch dieses kreative und wertschätzende Umfeld ermöglichen wir den Kindern und Jugendlichen mit speziellem Förderbedarf internationale Begegnung, Teilhabe und Anerkennung. Die Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden dabei aktiv in die europäische Projektarbeit eingebunden. So förderten wir etwa im multilateralen Projekt „criticART“ die kreativen Problemlösungskompetenzen im schulischen Kontext. Im Projekt „Soundwords – Graphic Story Telling“ nutzen wir künstlerische Ausdrucksformen für soziale Inklusion. Im April 2025 bin ich mit einer inklusiven Schüler:innen-Gruppe zu einem Treffen mit unserer Partnerschule nach Regensburg gefahren. Dort eröffneten uns interkulturelle Aktivitäten einen gemeinsamen Begegnungs- und Erfahrungsraum. Für viele unserer Schülerinnen und Schüler sind solche Mobilitäten die erste Erfahrung internationaler Begegnung und kultureller Teilhabe überhaupt. Erasmus+ ermöglicht ihnen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit und europäischer Offenheit, die weit über den schulischen Kontext hinausreichen.

Was nehmen Sie persönlich aus diesen Projekten für sich mit?

Fachlich konnte ich meine Expertise in Projektmanagement, Inklusionsdidaktik und kultureller Bildung vertiefen und meine pädagogische Theorie der „Immergenz“ weiterentwickeln. Dabei geht es um die Frage, wie Lernatmosphären entstehen, in denen Kinder und Jugendliche nicht nur teilnehmen, sondern sich emotional, kreativ und sozial in Lernprozesse hineinbegeben können. Gerade internationale Erasmus+ Begegnungen schaffen solche intensiven Erfahrungsräume, in denen Lernen, Beziehung und Teilhabe eng miteinander verbunden sind.
 

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