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Frau mit Mikrophon in der Hand in einem grünem Anzug im Hintergrund ein Roll-Up
© OeAD/APA-Fotoservice/Juhasz

Erasmus+ ist für jede Schule möglich

Beatrice Maierhofer ist Koordinatorin für das Erasmus+ Programm an der HLW FSB Weiz. Sie wurde von einer Teamkollegin als Programmbotschafterin nominiert und im Dezember 2025 als Erasmus+ Botschafterin im Bereich "Berufsbildung" ausgezeichnet. Sie ist überzeugt, dass Erasmus+ eines der wirkungsvollsten Instrumente ist, um Europa mitzugestalten und erlebbar zu machen.
4 min lesen · 18. Juni 2026

Wie war Ihr Einstieg in die Erasmus+ Welt?

Gestartet habe ich mit der Koordination des Erasmus+ Programms an unserer Schule, der HLW FSB Weiz. Ich habe den Aufbau internationaler Partnerschaften von Grund auf initiiert. Ein entscheidender Schritt erfolgte im Jahr 2022 mit der Erasmus+ Akkreditierung im Bereich Schul- und Berufsbildung, die es uns ermöglicht hat, Mobilitätsprojekte langfristig und nachhaltig zu planen und umzusetzen. 

Wie wirkt das Programm an Ihrer Schule? 

Unser erklärtes Ziel ist es, jeder Schülerin und jedem Schüler eine Mobilität zu ermöglichen – unabhängig von sozioökonomischem Hintergrund oder individuellen Voraussetzungen. Unsere Schüler:innen können durch Einzel- und Gruppenmobilitäten nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern und neue Kulturen kennenlernen, sondern auch ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstständigkeit stärken. Diese Erfahrungen wirken über den Schulalltag hinaus und prägen die Jugendlichen nachhaltig.

Was haben Sie durch Erasmus+ gelernt? 

Im Zuge meiner Tätigkeit war ich immer wieder gefordert, sprachliche, organisatorische und menschliche Herausforderungen anzunehmen – sei es in der Kommunikation mit internationalen Partnerinstitutionen, im Projektmanagement oder bei der Begleitung von Gruppen im Ausland. Diese Erfahrungen haben mich nicht nur gestärkt, sondern auch meine Haltung geprägt: Offenheit, Flexibilität und Verantwortung sind für mich zu zentralen Leitwerten geworden. 

Der direkte Austausch mit Partner:innen aus ganz Europa hat meinen Blick auf Bildung, Kultur und internationale Zusammenarbeit tiefgreifend erweitert. Besonders bereichernd war es, internationale Bekanntschaften zu schließen, aus denen in einigen Fällen langjährige persönliche und fachliche Beziehungen entstanden sind.

Woher schöpfen Sie Ihre Motivation und Leidenschaft für das Programm? 

Einer der stärksten Antriebe war und ist für mich bis heute die wertschätzende Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegenkreis – etwa in Form von Begeisterung nach einer gelungenen Mobilität oder dem ehrlichen Dank für neu eröffnete Möglichkeiten. 

Erasmus+ hat mir gezeigt, wie viel Potenzial in der europäischen Bildungszusammenarbeit steckt. Es geht nicht nur um Mobilität im geographischen Sinne – sondern um das Öffnen von Türen: zu neuen Perspektiven, zu echter Entwicklung und zu persönlichem Wachstum. Mein Ziel war es stets, echte Chancen zu schaffen, jungen Menschen sowie Kolleginnen und Kollegen neue Wege aufzuzeigen – und mich dabei selbst kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Inspiration aus der europäischen Gemeinschaft, das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein, motiviert mich bis heute – und wird es auch in Zukunft tun.

Was hat sich durch Erasmus+ am Schulstandort verändert?

Über die Jahre haben wir ein immenses Know-how entwickelt, das heute allen Mitgliedern unserer Schule zugutekommt. Beratung, Unterstützung und Begleitung – etwa bei Mobilitäten oder Projekten – erfolgen auf hohem professionellem Niveau, was für unsere Schulgemeinschaft große Sicherheit und Verlässlichkeit bedeutet. 

Nicht zuletzt hat sich unsere Schule durch das Programm ein klares Profil und ein starkes Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Dies schlägt sich unter anderem in einem merklichen Anstieg der Schulanmeldungen nieder – ein Beleg dafür, wie sehr Erasmus+ unsere Schulentwicklung positiv beeinflusst hat.

Ihre Vision als Erasmus+ Botschafterin?

Ich habe selbst erlebt, welche transformative Kraft Erasmus+ entfalten kann – wie junge Menschen durch Mobilitäten an Selbstvertrauen gewinnen, wie Lehrkräfte neue didaktische Impulse erhalten, und wie Schulen sich durch internationale Zusammenarbeit neu positionieren und weiterentwickeln. Diese positiven Erfahrungen möchte ich weitergeben – als Funke, der andere inspiriert und zum Mitmachen motiviert. Als Botschafterin sehe ich mich in der Rolle einer Mutmacherin und Brückenbauerin: Ich möchte anderen Schulen, Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen die oft noch bestehenden Berührungsängste nehmen und zeigen, dass Erasmus+ für jede Schule – unabhängig von Größe oder Standort – erreichbar und umsetzbar ist.  Ich sehe es als meine Aufgabe, die Vision von Erasmus+ über die Grenzen meiner Schule und Region hinaus in die Welt zu tragen – weil ich glaube, dass echte Veränderung immer mit Menschen beginnt, die für eine Idee brennen.

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