Schach verbindet – wenn die Rahmenbedingungen stimmen
Schach gilt als Sport für alle Generationen. Doch auch hier gibt es Hürden: fehlende barrierefreie Angebote, begrenzte technische Möglichkeiten oder mangelndes Know-how im Umgang mit digitalen Hilfsmitteln können Menschen von einer aktiven Teilnahme ausschließen.
Genau hier setzte das Erasmus+-Projekt des oberösterreichischen Landesverbands an. Ziel war es, moderne Schachsoftware und digitale Übertragungstechnologien kennenzulernen und so einzusetzen, dass insbesondere Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung besser erreicht werden können. Dabei stand nicht allein die technische Weiterbildung im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie digitale Werkzeuge mehr Teilhabe ermöglichen können.
Lernen von europäischen Partnern
Im Rahmen des Projekts reiste eine Delegation nach Hamburg, um sich mit Expertinnen und Experten von ChessBase sowie Vertreterinnen und Vertretern deutscher Schachorganisationen auszutauschen. Im Mittelpunkt standen moderne Trainingsmethoden, der Einsatz digitaler Schachsoftware und der gemeinsame Erfahrungsaustausch darüber, wie Schachangebote inklusiver gestaltet werden können.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun direkt in die Vereins- und Jugendarbeit ein. Trainerinnen und Trainer erweiterten ihre digitalen Kompetenzen und lernten den professionellen Umgang mit ChessBase-Software sowie digitalen DGT-Schachbrettern und Übertragungssystemen. Dieses Wissen wird mittlerweile in Schulungen, Trainings und vereinsinternen Unterlagen weitergegeben und kommt so einer großen Zahl an Mitgliedern zugute.
Digitalisierung schafft neue Zugänge
Die neuen Technologien verbessern nicht nur Trainingsabläufe. Sie ermöglichen auch, Turniere digital zu übertragen und damit für mehr Menschen zugänglich zu machen.
Ein erstes sichtbares Beispiel dafür war das Turnier Grand Prix PlusCity, bei dem die neu erworbenen digitalen Übertragungsbretter bereits erfolgreich eingesetzt wurden. Die Partien konnten live übertragen und moderner präsentiert werden – ein Mehrwert sowohl für Teilnehmende als auch für Zuschauerinnen und Zuschauer.
Noch wichtiger ist jedoch die langfristige Wirkung: Die digitalen Möglichkeiten erleichtern den Zugang zum Schachsport für Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und schaffen neue Formen der Teilnahme – sowohl vor Ort als auch digital.
Inklusion lebt vom Wissenstransfer
Ein zentrales Ziel des Projekts war es, dass das erworbene Wissen nicht bei den Projektteilnehmenden bleibt. Deshalb setzt der Landesverband konsequent auf Multiplikation: Neue Inhalte werden in Schulungen integriert, Unterlagen aktualisiert und Erfahrungen an Vereine und weitere Organisationen weitergegeben. Dadurch profitieren langfristig deutlich mehr Menschen von den im Erasmus+-Projekt erworbenen Kompetenzen.
Europäische Zusammenarbeit mit nachhaltiger Wirkung
Für den Landesverband zeigt das Projekt eindrucksvoll, welchen Mehrwert Erasmus+ gerade für ehrenamtlich organisierte Sportverbände bietet. Internationale Mobilität und der Austausch mit erfahrenen Partnerorganisationen wären ohne die europäische Förderung in dieser Form kaum möglich gewesen. Gleichzeitig entstanden neue Netzwerke und Impulse, die weit über die Projektlaufzeit hinaus wirken.
Die Verantwortlichen sehen bereits heute die nachhaltigen Auswirkungen: Die neuen digitalen Möglichkeiten verbessern nicht nur Training und Turnierorganisation, sondern erhöhen auch die Attraktivität des Schachsports für Jugendliche, Menschen mit Behinderung und sozial benachteiligte Menschen. Die internationalen Kontakte und die gemeinsam entwickelten Ideen bilden dafür eine wichtige Grundlage.